<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Schule des Sehens in Rom</title>
	<atom:link href="http://www.romschuledessehens.com/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.romschuledessehens.com</link>
	<description>Ein weiterer WordPress-Blog</description>
	<lastBuildDate>Tue, 27 Mar 2012 13:54:57 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=</generator>
<meta xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex,follow" />
		<item>
		<title>Galleria Borghese. Der Raub der Proserpina von G.L. Bernini</title>
		<link>http://www.romschuledessehens.com/2011/05/galleria-borghese-der-raub-der-proserpina-von-g-l-bernini/</link>
		<comments>http://www.romschuledessehens.com/2011/05/galleria-borghese-der-raub-der-proserpina-von-g-l-bernini/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 May 2011 12:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fpallotta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.romschuledessehens.com/site/?p=273</guid>
		<description><![CDATA[Im Kaisersaal steht ein weiteres  Meisterwerk von Bernini. Inspiriert an Ovids Metamorphosen,  ist Berninis Proserpina kein junges Mädchen mehr, sondern eine erwachsene Frau, die sich der Entführung und der Folgen sehr wohl bewusst ist. Aber,  „ …was geschah, es geschah &#8230; <a href="http://www.romschuledessehens.com/2011/05/galleria-borghese-der-raub-der-proserpina-von-g-l-bernini/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-281" title="Proserpina" src="http://www.romschuledessehens.com/site/wp-content/uploads/2011/05/Proserpina-4-e1308849938649-222x300.jpg" alt="" width="178" height="240" />Im Kaisersaal steht ein weiteres  Meisterwerk von Bernini. Inspiriert an Ovids Metamorphosen,  ist Berninis Proserpina kein junges Mädchen mehr, sondern eine erwachsene Frau, die sich der Entführung und der Folgen sehr wohl bewusst ist.</p>
<p>Aber,  <em>„ …was geschah, es geschah nicht aus Unrecht, sondern Liebe hat es gemacht und ich schäme mich nicht meines Bruders…“</em> rechtfertigt Jupiter den Raub.</p>
<p>Goethe richtet in seinem Monodrama ‚Proserpina’ weise Worte an die verzweifelte, marmorne Tränen weinende Proserpina:</p>
<p><em>„Proserpina, Halte! Halt einmal, Unselige! Vergebens<br />
Irrst du in diesen rauen Wüsten hin und her!<br />
Endlos liegen vor dir die Trauergefilde,<br />
und was du suchst, liegt immer hinter dir“</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.romschuledessehens.com/2011/05/galleria-borghese-der-raub-der-proserpina-von-g-l-bernini/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Caravaggio. Kein Ausweichen, keine Ausrede: der Schrecken des Zöllners Levi</title>
		<link>http://www.romschuledessehens.com/2011/03/kein-ausweichen-keine-ausrede-der-schrecken-des-zollners-levi/</link>
		<comments>http://www.romschuledessehens.com/2011/03/kein-ausweichen-keine-ausrede-der-schrecken-des-zollners-levi/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 16:49:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Waldrudis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://localhost/romschuledessehens/?p=1</guid>
		<description><![CDATA[Von Waldrudis Hoffmann, publiziert in der  Zeitschrift “Leben und Glauben” und „Sonntag“, Heft 35/2010 Kein Maler der Kunstgeschichte hat der Botschaft der Evangelien eine so verstörende Gegenwärtigkeit verliehen wie Michelangelo Merisi da Caravaggio, dessen Todestag sich am 18. Juli zum &#8230; <a href="http://www.romschuledessehens.com/2011/03/kein-ausweichen-keine-ausrede-der-schrecken-des-zollners-levi/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h6>Von Waldrudis Hoffmann, publiziert in der  Zeitschrift “Leben und Glauben” und „Sonntag“, Heft 35/2010</h6>
<p><em>Kein Maler der Kunstgeschichte hat der Botschaft der Evangelien eine so verstörende</em><br />
<em>Gegenwärtigkeit verliehen wie Michelangelo Merisi da Caravaggio, dessen Todestag sich</em><br />
<em>am 18. Juli zum 400. Mal jährte. Wie aber hat er das gemacht? Was lässt seine Kunst so</em><br />
<em>existenziell, zeitlos, ja modern erscheinen?</em></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-124" title="Die Berufung des heiligen Matthäus, 1599–1600. Öl auf Leinwand, 322 x 340 cm. Rom, Contarelli-Kapelle in San Luigi dei Francesi." src="http://www.romschuledessehens.com/site/wp-content/uploads/2011/03/Die_Berufung_des_heiligen_Matthaus-300x284.jpg" alt="" width="300" height="284" />Wir blicken in einen nur mit wenigen Umrissen angedeuteten Raum, ein undeutliches, diffuses Ambiente, in dem Zöllner und Geldwechsler verkehren, zu denen auch Levi gehört. Levi, der nachmalige Apostel Matthäus, dessen Berufung hier, auf vorderster Bildebene, zu sehen ist. Aus mehreren unsichtbaren Quellen fällt unnatürliches Licht auf die Szene und lässt die Beteiligten hervortreten. Die Handlung ist auf das Wesentliche beschränkt. Um einen Tisch sitzen fünf Männer verschiedenen Alters, die zeitgenössische Kleidung tragen. Keiner von ihnen ist im klassischen Sinne schön oder idealisiert dargestellt. Sie sind dabei, das Geld zu zählen, das sie tagsüber eingenommen haben, denn auf dem Tisch sind ein Geldbeutel, ein Rechnungsbuch, ein Tintenfass mit Feder und verstreute Münzen zu sehen. Nun werden sie dabei gestört, von zwei Personen, die sich ihnen nähern. Darauf reagieren sie sehr unterschiedlich. Das Drehbuch für diese Szene ist eine biblische Quelle, die aus nur einem Satz besteht, den Matthäus selbst wie auch die anderen drei Evangelisten überliefern:«Als Jesus weiterging, sah er einen Mannnamens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach. Da stand Matthäus auf und folgte ihm» (Mt. 9,9).</p>
<p><strong>Der Maler als Regisseur</strong></p>
<p>Nichts mehr an diesem Bild erinnert an den perspektivisch aufgebauten Bildraum, die große Errungenschaft der Malerei seit der Renaissance. Ganz im Gegenteil wird den auftretenden Personen im Bild jede traditionelle Raumtiefe für ihren Auftritt entzogen. Wie ein Regisseur entwickelt Caravaggio eine neue Lichtregie, setzt das Licht schräg einfallend als Spotlight dort ein, wo er es haben will: auf einem Gesicht oder nur einem Detail des Körpers. Die dadurch entstehenden harten Licht-Schatten-Kontraste stehen in dramatischem Gegensatz zum Realismus der Personen am Tisch und dienen dem Künstler nur dazu, die Handlung noch spannender zuinszenieren und die physische Präsenz der Körper noch wirklicher erscheinen zu lassen.</p>
<p>Die Szene am Tisch wird jäh unterbrochen von zwei Personen, die von rechts ins Bild kommen. Der Mann mit dem weit ausgestreckten Arm ist Jesus. Wie lässt sich das so einfach behaupten? Nur wegen des Gestus und des angedeuteten Heiligenscheins? Selten zuvor war in der Malerei ein Jesus von einer derartig natürlichen Menschlichkeit zu sehen gewesen, obwohl seine physische Präsenz kaum in Erscheinung tritt. Wir sehen eigentlich nur eine Gesichtshälfte, den Hals und den rechten, überlangen, ausgestreckten Arm. Doch das genügt, um die ganze körperliche Existenz von Jesuswahrhaft werden zu lassen. Dieser Gestus ist der bildhafte Ausdruck der Worte Jesu «Folge mir nach» und stellt gleichzeitig eine eindeutige Beziehung zwischen Jesus und Levi her.</p>
<p><strong>Das Licht als Mitspieler</strong></p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-125" title="Erhaben und von natürlicher Menschlichkeit: das Profil Jesu." src="http://www.romschuledessehens.com/site/wp-content/uploads/2011/03/Erhaben_und_von_naturlicher_Menschlichkeit-169x300.jpg" alt="" width="152" height="278" /></p>
<p>Wie aber lässt Caravaggio die göttliche Seite Jesu, seine transzendente Abkunft, für den Betrachter sichtbar werden? Wieder spielt das Licht eine Hauptrolle. Der von rechts oben einfallende Lichtstrahl auf die Wand kommt gleichsam mit Jesus in den Bildraum und trifft Levi, während alle anderen Personen von anderen Lichtquellen beleuchtet werden! Mit Jesus kommt Licht ins Dunkel. Auf den zweiten Blick sehen wir weiter eindeutige Merkmale, die Jesus von den anderen Personen im Bild unterscheiden: das priesterliche Auftreten und seine auffallend ruhige und sichere Handgeste – während alle anderen Personen in Bewegung sind. Auch sind Jesus und sein Begleiter nicht wie die anderen zeitgenössisch, sondern antikisch gekleidet und barfüssig wie Prediger oder Pilger, während alle anderen Schuhe tragen.<br />
Caravaggio zeigt uns in diesem Spiel der Ambivalenzen seinen Jesus, der als Mensch ganz gegenwärtig ist und gleichzeitig dem aufmerksamen Betrachter seine transzendente Natur offenbart. Wer ist nun der Begleiter? Die gebeugte, in Haltung und Aussehen eher robuste, aber extrem humane Gestalt neben Jesus kann niemand anderes als Petrus sein. In einer Art Verdoppelung wiederholt er in abgeschwächter Form die Geste Jesu und betont sie dadurch. Seine Gegenwart im Bild erklärt sich damit, dass von den vier Evangelisten allein Matthäus den Satz überliefert hat, in dem Petrus von Jesus mit der Gründung der Kirche beauftragt wird: «Du bist Petrus, der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche erbauen …»(Mt 16,18).</p>
<p><strong>Was die Gesten erzählen</strong></p>
<p>Spannend ist nun, wie unterschiedlich die fünf Personen am Tisch auf die Ankommenden reagieren. Der ältere Mann mit dem Pelz und dem Zwicker in der linken Bildseite scheint überhaupt nicht bemerkt zu haben, dass sich jemand genähert hat. Der Junge mit dem Federhut an der Wandseite reagiert hingegen sehr sensibel, indem er mit seinem Körper wie vor etwas Unbegreiflichem zurückweicht. Er hat intuitiv etwas von dem spirituellen Geschehen erfasst. Der uns zugewandte bärtige Mann mit der schwarzen Kappe ist Levi, das war sein hebräischer Name vor der Berufung– von jetzt an sei er Matthäus genannt. Nur an seiner heftigen Reaktion lässt er sich als der eigentlich Gemeinte identifizieren. Wie ertappt hält er mit dem Geldzählen inne und setzt zugleich den Handgestus von Jesus im Sinne einer Antwort fort: Meinst du mich? Aber die Geste bleibt zweideutig, da er nicht ganzklar auf sich zeigt. Sie könnte auch besagen: Meinst du den neben mir oder etwa mich? Mit seiner ganzen Körpersprache drückt Matthäus aus, dass er in diesem Moment noch nicht versteht, dass gerade er mit der Aufforderung gemeint sein könnte. Dieses Zaudern lesen wir aus seinem Mienenspiel, das Überraschung, gepaart mit Unverständnis und Unsicherheit, wenn nicht sogar Abwehr ausdrückt. Gleichzeitig aber hebt er die Augen und nimmt als einziger von allen Beteiligten direkten und intensiven Blickkontakt mit Jesus auf. Aber auch sein Blick bleibt voller Zweifel. Diese Reaktion lässt den künftigen Apostel umso menschlicher erscheinen. Ausgerechneter, ein betrügerischer Zöllner, soll von Jesus zum Apostel berufen werden! In der Tat ist es für einen Menschen keineswegs normal, sondern eine Zumutung, inmitten seiner Geschäfte aufzustehen und sein Leben radikal zu verändern.</p>
<p>Caravaggio zeigt uns also in diesem Bild kein zweifelsfreies Verstehen und keine unmittelbare Akzeptanz des Matthäus im Moment seiner Berufung. Hingegen sehen wir förmlich, wie die Begegnung mit Gott als ein intensives, fastgewaltsames Geschehen über ihn hereinbricht. Und dass er zunächst auf ganzmenschliche Weise heftig und verstört reagiert.</p>
<p>Wie einen Augenzeugen lässt Caravaggio uns, die Betrachter, an diesem Ereignisteilnehmen. So unmittelbar, als wäre der Akt der Berufung jederzeit und für jedermann wiederholbar. Seine Akteure im Bild reagieren oft unerwartet, was zunächst irritiert, bis man plötzlich die Gefühlslage empfindet, aus der heraus sie reagieren. Caravaggio belehrt nicht und führt keine heroischen Vorbilder vor. Er zeigt die Menschen, wie sie sind, mit ihren Stärken und in ihrer Schwachheit, Unentschiedenheit und Unsicherheit, lässt uns mit ihnen fühlen und reißt uns ins Geschehen.</p>
<p><a href="http://www.romschuledessehens.com/site/wp-content/uploads/2011/03/news.pdf">PDF</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.romschuledessehens.com/2011/03/kein-ausweichen-keine-ausrede-der-schrecken-des-zollners-levi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

